Endlich wieder Treffen der Donnerstagsgruppe

Natürlich sollte das mit dem Wandern nicht gleich so schwierig sein. So luden Katrin und Ernst zu einem fröhlichen Fischessen ein. Geräucherte Forelle satt!

Allerdings mussten sich die Gruppe das Essen auch erst verdienen. Ernst hatte einen kleinen Rundgang um den Kirchberg von Cappel vorgesehen. Natürlich kam auch die Kultur nicht zu kurz. An einem schönen Aussichtspunkt erläuterte Ernst die Anlage des Dorfes Cappel. Dies hatte ich der lippischen Geschichte eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt. 1538 wurde die lutherische Kirchenordnung auf dem Landtag zu Cappel für Lippe angenommen. 1605 trat Graf Simon VI. zum reformierten Bekenntnis über. Nach dem Motto "wes Brot ich ess, des Lied ich sing" musste die reformierte Kirchenordnung im ganzen Land Lippe übernommen werden. Was nicht ohne Widerstand blieb.

Ein paar hundert Meter weiter traf die Gruppe auf den jüdischen Friedhof Cappel. Der Ort hatte vor 1933 bis zu drei Prozent jüdische Mitbürger. Hier erzählte Ernst, wie der Friedhof in heutiger Zeit gehalten wird. Tatsächlich werden einige Gräber immer noch von Angehörigen besucht.

Die nächst Station war der Friedhof der Gemeinde Cappel mit seinem "Kriegsgräberfeld". Ja, drei Kriegshelden sind hier begraben. Der eine wurde nach Cappel geholt, obwohl bereits verstorben, da seine Verlobte die einzige Person war, die Anspruch auf den Leichnahm erhob. Der zweite hatte sich vergiftet, weil er das Elend nicht mehr ertrug. Suizid war verboten - also Kriegsopfer. Was mit dem dritten war müsst Ihr Ernst bei Gelegenheit fragen. Ich weiß es nicht mehr.

Viel interessanter war dann, was Katrin und Ernst in ihrem privaten "Tanzsaal " vorbereitet hatten. Die Tisch bogen sich unter der Last der geräucherten Forellen, der Butter und Meerrettichsoße, der süßen scharfen Soße und dem Brot. Natürlich waren auch die diversen Getränke bereitgestellt. So verging der Abend bei Speiß und Trank im Fluge. Der dreußen niederrauschende Regen konnte uns hier nichts anhaben.

Vielen Dank